Sommertour der THOBEA 2009 / Seite 4

"wir sind natürlich sehr froh über jeden Mitsegler"

Schären fest, waren aufgrund der fortgeschrittenen Sommerzeit fast allein im Schärenmeer – und das obwohl noch immer Temperaturen herrschten, bei denen man sich im T-Shirt am Deck oder auf einer Schäre sonnen konnte oder in der Ostsee baden

konnte ! So gelangten wir unter anderem über Västervik, Kalmar, Karlskrona, Hanö, Ystad, Klintholm und Burg auf Fehmarn nach Travemünde. Der Sprung nach Hamburg ist dann nur noch ein kurzer Weg. Endlich wieder in heimatlichen Gewässern! In das Gefühl, sich einen Traum erfüllt zu haben, Stolz,die Herausforderung bewältigt zu haben, mischen sich Sehnsucht nach Hamburg und Fernweh, weil man an all den wunderbaren Orten nur viel zu kurz verweilen konnte...

 

Wir alle sind uns einig, dass uns diese Tour viele neue Erlebnisse und Erfahrungen geschenkt hat, Vertrauen in die Thobea und den Wunsch, so bald wie möglich wieder aufzubrechen – mit der Neugier, wohin uns

unser Weg diesmal führen wird. Falls jemand nun Interesse hat, kommende Saison mitzufahren: wir sind natürlich sehr froh über jeden Mitsegler!

Außerdem verleihen wir gerne aktuelle Seekarten und Küstenhandbücher von Polen – für jemanden, der dieses schöne Revier auch einmal erleben möchte!

Ocke Deutschmann

Nina Matthess

 

 

 

 

 

Sommertour der THOBEA 2009 / Seite 3

Die SVR nimmt noch Mitglieder auf !

nenschein und in den einsamen Wäldern konnten wir ausgedehnte Wanderungen unternehmen und wild wachsende

Blaubeeren und Himbeeren pflücken.

Auch Estland hat einen schönen Strand an der nördlichen Küste – blickt man aufs Meer hinaus, ist das nächste Land schon Finnland!

Unsere Reise führte uns nun hinüber nach Utö, einem finnischen Außenposten der Turku-Schären. Wie haben Segler-Generationen vor der Erfindung der

GPS-Navigation, vor uns, nur die Einfahrt sicher finden können? Unser Respekt ist ihnen sicher! Um drei Uhr nachts machten wir auf Utö fest. Von nun an waren wir in den geschützten Gewässern der Turku-Schären

Finnlands und anschließend der Aland-Inseln.

Besonders faszinierend war neben den Felsen die direkt neben 60 m Wassertiefe aus dem Wasser aufragen mochten, die Entstehung der Alands; sie gehören offiziell zwar zu Finnland, regeln viele ihrer innerpolitischen Fragen jedoch intern und halten sich vor allem

fern von jeglicher militärischen Aktivität – sehr sympathische Menschen! Erstaunlich fanden wir auch, dass die Inseln zwar direkt am Meer lagen, aber nach kurzer Zeit

an Wanderungen durch bergige Wiesen und Felslandschaften erinnerte – die Wege stets gesäumt von Blaubeeren und Infotafeln über die Besonderheiten der Alands. Nachdem wir die Hauptstadt der Aland-Inseln, Mariehamn

besichtigt haben, machten wir uns auf Richtung Schweden. Der erste Teil der Nachttour verlief weitgehend unproblematisch; bald kam das Leuchtfeuer von Tjärven in Sicht, einer der Einfahrten in die Schären vor Stockholm. Kurze Zeit später fiel uns auf, dass die Sicht hinter uns sich rapide verschlechterte – wir wurden vom

Nebel verfolgt! Viele Fähren kamen uns von Stockholm entgegen, wohl Richtung Mariehamn – sie kreuzten dicht unseren Kurs. Während sie voraus lange vorher sichtbar waren, verloren sie sich achteraus schon bald

in eine Wolke, die sie zunächst orange anstrahlten, und die dann erst die Brücke und nach und nach das ganze Schiff von oben her verschluckte – nicht mehr als eine Meile entfernt von uns. Was, wenn nun eine Fähre von achteraus aufkam die wir zu spät bemerkten? Nachdem wir das Leuchtfeuer Tjärven passiert hatten, verschwand

auch dieses kräftige Licht bald hinter uns im

Nichts; damit war klar, dass der Nebel tatsächlich auf Land zuzog. Wir entschlossen uns, uns außerhalb des tiefen Wassers nach GPS von Schäre zu Schäre zu hangeln bis wir einen sicheren Ankerplatz erreichten. Die Rechnung ging auf. Ich werde aber nie das Gefühl vergessen, ständig einen riesigen Schiffsrumpf dicht hinter uns auftauchen zu sehen... Die restliche Tour verlief weniger nervenaufreibend. Wir machten in vielen schwedischen Häfen und

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Sommertour der THOBEA 2009 / Seite 2

SVR der Jugendclub für Wassersportler !

men, als wir 5 Tage in Polen bei starkem Nordwestwind in Ustka eingeweht waren.

Nachdem in den Hafenstädten doch recht belebtem Polen, wollten wir nun den großen Sprung wagen, von Wladislawowo bis in die baltischen Staaten zu segeln.

Vor uns lagen mindestens 120 Seemeilen bis zum nächstgelegenen litauischen Hafen, Klaipeda. Die Wettervorhersage versprach zunehmend 5-6 Bft aus südwestlichen

Richtungen, später wieder abnehmend auf 4

Bft – das klang für uns gut genug und wir legten frühmorgens ab in Wladislawowo. Über Nacht segelten wir in sicherer Entfernung zur russischen Enklave Kaliningrad vorbei. Nur selten tauchten in weiter Entfernung die Lichter einer Fähre oder eines Frachters auf, die meiste Zeit konnten wir unzählige Sterne und beeindruckend große Sternschnuppen beobachten! Der achterliche Seegang nahm zu, noch bevor uns der stärkere Wind erreichte. Gegen morgen hatte sich die

Wettervorhersage leider nicht zum Guten gewandelt: mittlerweile hatte der Wind 6 Bft aus SSW erreicht, und wir rauschten mit Sturmfock und doppelt gerefftem

Groß mit 8 Knoten nur so über die Wellen hinweg, aber die Vorhersage sprach nun nicht mehr von einer abnehmenden Tendenz auf 4 Bft, sie kündigte sogar mehr Wind an, zunehmend 7-8 Bft! Wir entschieden

uns dafür, den zwar 50 Seemeilen weiter entfernten, aber auch bei Sturmstärke noch sicher anzulaufenden

Hafen Liepaja anstatt Klaipeda aufzusuchen. Auf dieser Strecke habe ich sicher die höchsten Wellen erlebt die ich je gesehen habe – es ist schwer zu schätzen, aber die höchsten dürften so um die 3-4 m gehabt

haben. Die Thobea meisterte alles problemlos, hob stets brav ihr Heck bei jeder Welle – allerdings nur wenn wir aufmerksam große Wellen aussteuerten und rechtzeitig abfielen. Andernfalls wurde auch manches

Mal das komplette Deck und der Rudergänger ebenfalls nass. Gegen 17:00 Uhr liefen wir in den Hafen von Liepaja ein und waren überglücklich und stolz, unser Ziel erreicht zu haben.

In Lettland verbrachte die Thobea nun eine ganze Woche. Ventspils und Liepaja sind schöne Städte mit einem wunderbaren Strand, schönen alten hölzernen Villen und Märkten, auf denen man an kleinen Ständen

Obst und Gemüse günstig erstehen kann.

Von Lettland aus segelten wir in die Rigaer Bucht und erkundeten die estnischen Inseln Saaremaa und Hiumaa. Auch hier begegneten wir freundlichen Hafenmeistern

– auch wenn nicht alle Englisch sprachen und

wir uns mit Händen und Gesten verständigen mussten. Mittlerweile war es bereits Ende August geworden; wir waren oft der einzige Gast im Hafen und erfuhren, dass „die Saison“ bereits Ende Juli geendet habe; huch – und wir wollten doch noch weiter nach Norden! Es waren aber noch immer über 20° C, strahlender Son-

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Sommertour der THOBEA 2009

Jugendliche sind willkommen bei der SVR !

Am 03. August 2009 ging es endlich los: Die Thobea machte sich auf, um eine lange Reise zu erleben: in den kommenden 53 Tagen wird sie über 1.600 Seemeilen zurücklegen, 9 verschiedene Länder anlaufen und

kennenlernen, den nördlichen 60. Breitengrad sowie den 23. östlichen Längengrad überschreiten und letzten Endes wohlbehalten wieder in der SVR ankommen.

 

Gemeinsam mit Patrick, Karin, Josef, Carina, Ocke, Jakob und Nina wird sie meterhohe Wellen meistern, sich im Nebel von dicken Frachtern und Fähren freihalten und in den Schären sorgfältig um Untiefen herum navigieren.

 

Um uns auf dieses Abenteuer vorzubereiten, haben wir schon wochenlang, was sage ich - monatelang vor der Tour begonnen, die notwendigen nautischen Unterlagen

zu beschaffen und zu studieren. Wo sollte man nur bei guten Wetterbedingungen einlaufen, wo sind weite Strecken über offenes Wasser unvermeidlich und

welche Besonderheiten erwarten uns in den uns unbekannten Gewässern von Polen, dem Baltikum und den Schären von Finnland, Aland und Schweden?

 

Trotzdem waren wir alle noch sehr aufgeregt, als wir uns aufmachten. Zunächst ging es elbauf und durch den Elbe-Lübeck-Kanal auf die Ostsee. Dort begann die Tour gleich mit einer Nachttour bis nach Warnemünde.

Pünktlich zur Hansesail konnten wir manchen

Großsegler bewundern. Doch uns zog es weiter, und so

durchquerten wir in weiteren zwei Tagen den Greifswalder Bodden und erreichten Swinemünde in Polen.

 

Das Einklarieren erwies sich unkomplizierter als erwartet:mangels Funkanlage konnten wir uns zwar nicht vorher anmelden, das sollte uns jedoch weder in Swinemünde als auch in weiteren Häfen in Polen und im Baltikum keine Probleme bereiten. Vielmehr waren

die Hafenmeister freundlich und erledigten alle Formalitäten sobald wir uns im Hafen bei ihnen meldeten.

Nach Swinemünde sollten wir in Polen noch drei weitere Male Einlaufen: in Dziwnow, Ustka und Wladislawowo.

 

Nach Polen sollte reisen, wer einsame Strände sucht, denn entlang der gesamten polnischen Ostseeküste zieht sich ein endloser Sandstrand auf dem nur selten eine Menschenseele zu sehen ist, auch sind

wir dort nur sehr wenigen anderen Yachten begegnet.

 

Direkt hinter den Stränden lagen meist direkt schöne große Wälder. Unterbrochen wurde diese Landschaft

nur von den wenigen Hafenstädten, in denen zumindest im Sommer reger Touristenbetrieb herrscht. Wir hatten den Eindruck, die Partyfreudigkeit der Polen nahm von Hafen zu Hafen zu! In jedem Hafen gab es mindestens ein sehr aufwändig zurechtgemachtes

Party-Piratenschiff welches Nacht für Nacht feierlustige Gäste einlud - eine Möglichkeit die auch wir wahrnah-

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Daten der “THOBEA”

  • Typ: Nadine 24 - Baujahr 1978

  • Maße: 7,56 x 2,68 x 1,20 m

  • Motor: FARYMAN FK 2

Sommertour 2004 mit der "THOBEA"

Seit 2004 steht den Jugendlichen die “THOBEA” zur Verfügung. Die Jugendleiter Kerstin und Udo nutzten dieses Angebot und begaben sich Anfang Juni 2004 auf einen dreiwöchigen Segeltörn. Die Reise führte sie bei viel Wind elbabwärts von Hamburg nach Brunsbüttel, durch den Nord-Ostsee-Kanal nach Laboe, Dänemark und Kopenhagen, Cristianshavn, Nyköping/Falster, Fehmarn, Travemünde und dem Passathafen, durch den Elbe-Lübeck-Kanal mit seinen vielen Schleusen nach Lauenburg, Geesthacht und zurück in den SVR-Hafen.