"Und es wird doch gesegelt!"
Buchtitel von Ludwig Dinklage, 1930

 

Ein Dreiviertel Jahrhundert Aufbauarbeit!
Der Segler-Vereinigung Reiherstieg zum 75-jährigen Bestehen
Das diesem Grußwort vorangestellte trotzige Motto eines Buchtitels des Segel- und Seeschriftstellers Ludwig Dinklage dürfte auf die Segler der Segler-Vereinigung Reiherstieg in besonderer Weise zutreffen. Wer ihre am idyllischen Elbufer zwischen den Süder-Elbbrücken gelegene Anlage betritt oder - bei Flut - mit seinem Boot anläuft, glaubt in einem kleinen Paradies angelangt zu sein. Er wird kaum glauben, daß die Geschichte der "Segler vom Reiherstieg" eine Kette von Aufbauarbeit, Veränderungen und Umzügen ist. Vom Reiherstieg zur Süderelbe, von Holstenkaten zum heutigen Platz am Finkenriek. Bootslagerhallen und Clubhäuser entstanden und mußten dem Hafen, der Industrie oder dem Deichbau wieder weichen. Und dennoch, sie ließen sich nicht unterkriegen. Drei Generationen von Seglern rissen ab, zogen um, bauten neu auf.
Und sie segelten dennoch! Wenn die Anlage wieder stand, wurden die Boote instandgesetzt, geslippt und geriggt. Die Segler ließen sich nicht unterkriegen. Am Wochenende, im Urlaub ließ man die Arbeit ruhen, alle Sorgen hinter sich und segelte auf Unter- und Oberelbe, auf Nord- und Ostsee.
Nach einigen Jahrzehnten des Friedens, in denen viele Menschen aus problematischen Stadtteilen unserer Stadt zu begeisterten Seglern gemacht und Jugendliche nicht nur fachlich ausgebildet, sondern ihnen im Segelsport auch Halt und Lebenssinn geboten wurde, stehen wieder drohende Wolken am Himmel: Ihr kleiner Hafen ist zu flach geworden. Der Schlick, den die vorbeifließende Süderelbe hineingetragen hat, läßt das Ein- und Auslaufen ihrer Boote nur noch bei höchstem Wasserstand zu. Früher wurde regelmäßig gebaggert. Jetzt nicht mehr.*
Hamburgs Segler stehen den "Reiherstiegern" bei der Lösung ihrer Gegenwartsprobleme solidarisch zur Seite und wünschen allen Schippern unter dem grün-weiß-roten Stander auch für die Zukunft einen guten Kurs.

Hamburger Segler - Verband
Jürgen Chr. Schaper
Vorsitzender

* Im November 2002 wurde der Hafen dann doch ausgebaggert. Die Tiefenhaltung wurde mittlerweile durch die Vereinsmitglieder selbst übernommen. Der Hafen ist jetzt wieder gut anzulaufen!

Auch im Jahr 2011/2012  bleibt die Herausforderng der Tiefenhaltung bestehen und mit Sorge schauen wir auf die herannahende Elbvertiefung, die das Problem verschärfen wird.